Marco Polo Opernhaus Chemnitz 23.02.2019

Marco Polo

 

 

Die Wunder der Welt - Ein barrierefreies Theaterstück

Marco Polo- er ist kein Unbekannter der Geschichte. Ein Reiseführer trägt seinen Namen. Aber so viele Länder, wie es Bücher gibt hat der echte Marco Polo wohl nicht bereist. Ob alles wahr ist, was Marco Polo oder seine Schreiber zu Papier gebracht haben oder ob diverses dazu gedichtet wurde, darüber streiten die Gelehrten schon lange.

Doch den Reisenden Marco Polo aus Venedig gab es wirklich, in der Mitte des 13. Jh. vermutlich in Venedig geboren und mit ungefähr 70 Jahren auch da gestorben. Auch den aus Venedig stammenden Pier Giorgio Furlan, Gründer des Förderkreises Centro Arte Monte Onore e.V., lies diese historische Persönlichkeit nicht los. So entstand die Idee aus seinem Leben, ein barrierefreies Theaterstück zu machen. Nach "Pinocchio" vor zwei Jahren folgte nun Marco Polo.

 

Das Kulturzentrum Centro Arte Monte Onore in Ehrenberg ist eine internationale Begegnungsstätte und längst keine Unbekannte mehr.

Ungefähr 120 Mitwirkende hatte das Theaterprojekt, deren Aufführung am 23. und 24. Februar im Opernhaus Chemnitz der Höhepunkt war.

Ein barrierefreies Stück unter Mitwirkung von Menschen mit und ohne Behinderung und Kindern aus Sierra Leone, der Elfenbeinküste, Thailand, Tschechien, Tschetschenien , dem Irak, der Türkei, Syrien und Deutschland

Einrichtungen aus Mittelsachen und Chemnitz haben sich wieder daran beteiligt:

- Fichte Schule ( DAZ Klasse) Mittweida

- Wohnstätte Kirchfeld, Stadtmission Chemnitz e.V., Hartmannsdorf

- Flexible Tagesgruppe "Wilhelm Wirbelsturm" KJF e.V. Chemnitz

- Ambulante Kinder- und Jugendhilfe Menschemnitz

- Stadtverband der Gehörlosen Chemnitz e.V. / Blinde und Sehbehinderte

Sänger aus Chemnitz

- Wohnzentrum für körperlich schwerbehinderte Menschen, ASB, Chemnitz

- Hort Am Stadtpark Chemnitz

- Sozialtherapeutische Wohnstätte für psychisch Kranke Seifersbach

- Tanzgruppe Franziska Franz, Hartha

- Compagnia dei Mascherati e dei Pazzi

- Theaterwerkstatt des Förderkreises CAMO e.V. sowie Statisten und

Gebärdensprachdolmetscherinnen

 

Viele Teilnehmer machen immer wieder mit viel Freude, Kreativität und Enthusiasmus mit. Das ist zu spüren und zu sehen. Die einzelnen Gruppen erarbeiten sich alles selbst, Texte, Bühnenbild, Musik, Masken, Kostüme, etc. Die Mannigfaltigkeit der Einfälle, die Professionalität ist immer wieder erstaunlich.

 

Wir durften bereits an der Probe vor der abendlichen Aufführung teilnehmen. Das Licht für die einzelnen Szenen stand. Hinter der Bühne warteten die liebevoll und aufwendig erarbeiteten Requisiten auf ihren Einsatz. Alle Teilnehmer probten ohne ihre Kostüme. Es gab noch ein paar Hinweise vom künstlerischen Leiter P. Giorgio Furlan.

Um 18 Uhr war es dann soweit. Die Zuschauer saßen auf ihren Plätzen. Die Beteiligten waren startklar, ein knistern war zu spüren, Aufregung, Lampenfieber vor dem Öffnen des Vorhangs.

Pier Giorgio Furlan hatte im letzten Jahr in einem Schreiben an den Papst den Förderkreis und seine Arbeit vorgestellt und auch sein Theaterprojekt "Marco Polo". Im November erhielt er die Antwort aus dem Vatikan von einem Mitarbeiter Franziskus´. Er erteilte dem gesamten Projekt seinen Segen. Auch Marco Polo erhielt damals von Papst Gregor X. den Segen für seine Reise. Da konnte wohl nichts mehr schiefgehen!

 

Und nun begann die Geschichte Marco Polos, seine Kindheit in Venedig, sein Traum zu Reisen wie sein Vater und sein Onkel. Schließlich seine Reise nach Asien, seine Begegnung mit dem Papst, seine Erlebnisse mit den Räubern, beim Khan. Der Austausch Marcos mit dem Prinzen über die Gewohnheiten in seiner Stadt, seine Gesandtschaft, die Reisen durch das Land, seine Begegnungen in den Wäldern, das Treffen mit den Ureinwohnern auf einer Insel, die Bekanntschaft mit den Prinzessin. All die bunten Bilder, Geräusche, Texte versetzten den Zuschauer unwillkürlich in eine andere Zeit. Auch die Tänzerinnen gestalteten die Bilder mit, eindrucksvoll waren die "Schattenbilder" unter anderem mit den Ansichten von Venedig oder dem Seekrieg.

 

Dieses Theaterprojekt ist wohl in der heutigen Zeit Träger mehrerer Botschaften.

Zu einem das Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Menschen, die Integration von Flüchtlingen die gegenseitige Achtung des anderen.

Wie sprach der Khan: " Alle Religionen sollen sich mit Respekt begegnen und im Handeln sich miteinander verbinden."

 

In ihren Kostümen und Masken traten alle Darsteller in ein gewisse Anonymität und es war kein Unterschied festzustellen wo sie herkamen, wer sie waren, Rollstuhlfahrer zeigten sich auf ihre ganz eigene Art und Weise.

 

Zum Schluss kamen alle Marco Polo Darsteller, es waren neun, zusammen , um das Buch vom Dichter zu bekommen. Auch alle anderen Schauspieler auf Zeit betraten noch mal die Bühne für ein großes buntes Abschlussbild.

Es gab viel, viel Beifall aus dem Publikum für diese tolle Theaterstück.

Dankesworte kamen im Anschluss vom Bundestagsmitglied und Integrationsbeauftragten Dr. Karamba Diaby, der auch das Vorwort für die Broschüre geschrieben hat.

 

Doch damit ist das alles nicht zu Ende. Es wird unter anderem Ausstellungen, Lesungen und Vorträge zu "Marco Polo" geben.

 

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